Nur wenige Meter von Vermogno entfernt befindet sich ein weltweit einzigartiger Ort, an dem sich die Kraft der Natur mit einer jahrtausendealten Geschichte verbindet, die von Gold, Mühen und Einfallsreichtum geprägt ist. Das Naturschutzgebiet „La Bessa“ ist eine faszinierende Hochebene, auf der sich die Überreste eines der größten Goldtagebaue des Römischen Reiches befinden.
Wenn man heute auf den dortigen Wegen spazieren geht, wird der Blick von einer fast mondähnlichen Landschaft gefesselt: Imposante, bis zu zehn Meter hohe Anhäufungen aus abgerundeten Kieselsteinen wechseln sich ab mit einer dichten und üppigen Vegetation, die im Laufe der Zeit ihren Lebensraum zurückerobert hat.
Zwischen dem 2. und dem 1. Jahrhundert v. Chr. veränderten die Römer dieses Gebiet grundlegend, um das wertvolle Metall abzubauen. Tausende von Sklaven und Arbeitern (die der lokalen Bevölkerung der Vittimuli angehörten) wuschen die Gletschersedimente mithilfe eines komplexen Netzwerks von Wasserkanälen und hinterließen dabei die Haufen aus aussortierten Steinen, die wir noch heute sehen können. Doch die Geschichte der Bessa reicht noch weiter zurück: Die Findlinge des Naturschutzgebiets bergen geheimnisvolle schalenförmige Felsgravuren (Coppelle), die von uralten Kulten zeugen, die mit Erde und Wasser verbunden waren.



